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AMG Trans

Straßentransport bis 3,5 Tonnen

Vorbehalte im CMR-Frachtbrief und Schadenprotokoll: Ansprüche richtig sichern

Fehlmengen und Schäden konkret dokumentieren, Beweise sichern und die CMR-Fristen für sichtbare Schäden, verdeckte Schäden und Verspätung beachten.

Zuzanna Sarapata
Mercedes Sprinter AMG Trans

Ein beschädigter Karton, eine fehlende Palette oder aufgerissene Folie erfordern eine Reaktion bei der Übernahme. Der Zustand der Sendung muss beschrieben, Beweismaterial gesichert und die Fristen müssen eingehalten werden. Bei einer Beförderung nach CMR führt das Fehlen von Vorbehalten nicht immer zum Verlust des Anspruchs, kann dessen Nachweis aber erheblich erschweren. Für eine Entschädigung wegen Lieferfristüberschreitung gilt eine besondere Regel. [1]

Wann Vorbehalte im CMR-Frachtbrief einzutragen sind

Bei der Verladung vermerkt der Frachtführer Abweichungen bei der Anzahl oder Kennzeichnung der Frachtstücke sowie beim äußerlich erkennbaren Zustand der Güter und der Verpackung. Besteht keine angemessene Prüfmöglichkeit, nennt er den Grund. Damit ein Vorbehalt den Absender gemäß Artikel 8 Absatz 2 CMR bindet, sollte dieser ihm im Frachtbrief ausdrücklich zustimmen.

Bei der Ablieferung richtet der Empfänger seine Vorbehalte an den Frachtführer. Ein Vorbehalt kann mit der Annahme der Güter verbunden werden. Wird die Annahme verweigert, muss zusätzlich geklärt werden, was mit der Sendung geschieht und wer die entsprechenden Weisungen erteilt. Sie darf nicht ohne Absprache vor dem Lager abgestellt werden.

Einen konkreten Vorbehalt formulieren

Der Eintrag sollte die betroffene Einheit, Art und Umfang der Abweichung sowie den Zeitpunkt der Feststellung benennen. „Subject to check“ beschreibt keinen Schaden und verlängert keine Fristen.

Drei Beispiele

  • Fehlmenge: „5 der im CMR-Frachtbrief angegebenen 6 Paletten abgeliefert. Palette P06 nicht abgeliefert.“
  • Beschädigung: „Auf Palette P02 weisen zwei Kartons eingedrückte Ecken auf; nach gemeinsamem Öffnen von Karton K07 wurde ein Riss im Gerätegehäuse festgestellt.“
  • Verpackung: „Auf Palette P04 ist die Folie aufgeschnitten und das Sicherungsband beschädigt. Der Inhalt der Kartons wurde nicht geprüft.“

Jeder Eintrag muss den tatsächlichen Feststellungen entsprechen. Halten Sie keine gemeinsame Besichtigung fest, wenn sie nicht stattgefunden hat. Die Unterschriften der Beteiligten sind hilfreich. Eine verweigerte Unterschrift ist zu vermerken; sie ist kein Grund, auf die Mitteilung von Vorbehalten an den Frachtführer zu verzichten.

Schadenprotokoll und die ersten 30 Minuten

Das Übereinkommen schreibt kein einheitliches Formular vor. Das Protokoll sollte Auftrags- und CMR-Nummer, Ort, Datum und Uhrzeit, Angaben zu den Beteiligten, eine Beschreibung von Menge und Zustand der Güter, den Umfang der Besichtigung sowie ein Beweisverzeichnis enthalten.

Vorschlag für eine Kurzcheckliste:

  • Sorgen Sie für Sicherheit und begrenzen Sie weitere Schäden an der Sendung.
  • Vergleichen Sie Mengen, Etiketten, Plomben und Dokumente.
  • Halten Sie Vorbehalte fest und fotografieren Sie die gesamte Sendung, ihre Kennzeichnung und den Schaden.
  • Bewahren Sie Verpackung und Sicherungsmaterial auf, die für die Besichtigung benötigt werden.
  • Informieren Sie Disposition, Kunden und die für die Reklamation zuständige Person.
  • Melden Sie den Vorgang dem zuständigen Frachtführer und dem Versicherer entsprechend den Versicherungsbedingungen.

„30 Minuten“ sind ein organisatorischer Standard, keine gesetzliche Frist. Bei Personengefährdung oder einem Austritt von Stoffen haben die zuständigen Einsatzkräfte Vorrang. Bitten Sie die Lagerverwaltung, Aufzeichnungen zu sichern und den Ablauf der Entladung zu bestätigen.

Welche Fristen die CMR vorsieht

Sichtbare Fehlmengen und Schäden sind spätestens bei der Ablieferung anzuzeigen. Nicht äußerlich erkennbare Schäden erfordern schriftliche Vorbehalte innerhalb von 7 Tagen nach der Ablieferung, wobei Sonntage und gesetzliche Feiertage nicht mitzählen. Der Ablieferungstag wird ebenfalls nicht mitgerechnet. Gemeint sind nicht einfach „7 Arbeitstage“.

Bei einer Lieferfristüberschreitung ist eine Entschädigung davon abhängig, dass innerhalb von 21 Tagen, nachdem die Güter dem Empfänger zur Verfügung gestellt wurden, ein schriftlicher Vorbehalt an den Frachtführer gerichtet wird; der Tag dieses Ereignisses wird nicht mitgerechnet. Anders als bei der Siebentagesfrist sind Sonntage und Feiertage hier nicht ausgenommen. [1, Artikel 30]

Fehlen Bemerkungen zu einem Schaden, entsteht in der Regel eine widerlegbare Vermutung ordnungsgemäßer Ablieferung. Wurde der Zustand der Güter jedoch gemeinsam geprüft, beschränkt Artikel 30 Absatz 2 den Gegenbeweis auf nicht äußerlich erkennbare Schäden, sofern rechtzeitig schriftliche Vorbehalte gemacht wurden. Diese Fristen sind außerdem von der Verjährung der Ansprüche nach Artikel 32 zu unterscheiden.

Den Ablauf vor der Lieferung vorbereiten

Nennen Sie bei der Beauftragung von AMG Trans besondere Anforderungen an die Übernahme und an die Dokumentation des Warenzustands. Schreiben Sie an hello@amg-trans.eu. Lesen Sie auch den Leitfaden zu Dokumenten im internationalen Transport (PL).

FAQ

Ist eine Reklamation ohne Schadenprotokoll ausgeschlossen?

Eine solche allgemeine Regel gibt es nicht. Entscheidend sind die Art des Schadens, Vorbehalte, Fristen und verfügbare Beweise.

Bedeutet die Unterschrift des Fahrers ein Anerkenntnis der Haftung?

Das hängt vom Inhalt des Dokuments ab. Die Bestätigung des äußerlich erkennbaren Zustands ist von der Anerkennung der Haftung und der Anspruchshöhe zu unterscheiden.

Reicht eine Schadenmeldung an den Versicherer aus?

Dabei sollten Sie es nicht belassen. Die Pflichten gegenüber dem Frachtführer aus der CMR und die Meldung an den Versicherer sind getrennte Vorgänge.

Quellen

[1] CMR-Übereinkommen, Artikel 8, 15–16 und 30–32.